Mein Rückblick auf das Jahr 2019: Gutes oder schlechtes Jahr?

Es gab in meinem Leben in 2019 vier große Meilensteine, die dieses Jahr für mich auf immer zu einem unvergesslichen Jahr machen werden:

  • Ich kündige im Januar meinen Job als Vorstandsassistentin in einem weltweit sehr erfolgreich tätigen Familienkonzern.
  • Meine Mutter verstirbt im April, schnell und unerwartet.
  • Im Juni werde ich zum ersten Mal Omi.
  • Auf der Suche nach Antworten unternehme ich im August äußerst spontan eine Meditations-Reise nach Avalon. Diese Reise verändert für mich und vor allem in meiner Sicht auf die Welt einiges.

Und auch sonst ist viel passiert in diesem Jahr. Ich kann es fast gar nicht glauben, was ich alles an Ereignissen hier zusammengetragen habe.

Während ich nun mit diesem Blogartikel auf das Jahr zurückblicke, in dem meine Mutter verstorben ist, frage ich mich, ob ich dieses Jahr trotz dieses Umstands als gutes Jahr bezeichnen darf?

Meine Antwort auf diese Frage wird sich hoffentlich am Ende dieses Jahresrückblicks schlüssig ergeben.

 

Zuerst noch ein kurzer Schulterblick nach 2018

Ich kann gar nicht von 2019 erzählen, ohne noch kurz den Schulterblick zurück nach 2018 zu machen. Denn bereits in 2018 fällte ich innerlich eine grundsätzliche und unumstößliche Entscheidung, die ich aus Gründen der Vernunft und auf Anraten einiger meiner Vertrauenspersonen jedoch erst in  2019 praktisch umsetzte. Diese Entscheidung aus 2018 wird auf die Entwicklung meines 2019 allerdings maßgeblichen Einfluss haben, wie ihr noch lesen werdet.

Es begann damit, dass ich nach längerem hin und her überlegen und mit Unterstützung meines Arztes eine Reha beantragte. Nach meinem Herzinfarkt vor sieben Jahren mit damals direkt anschliessender Heilbehandlung sollte es kein Problem sein, erneut einen Reha-Aufenthalt genehmigt zu bekommen. Warum und wieso ich so sehr danach lechzte hatte ich bereits Mitte 2018 in meinem ersten Blogartikel beschrieben. Der Genehmigungsbescheid kam schon sehr schnell im Sommer und es sollte nach Bad Königsfeld in Schwarzwald gehen. Wie schön, in die Region meiner alten Heimat! Allerdings musste ich mich noch bis November gedulden. Am liebsten hätte ich sofort meine Koffer gepackt, ging ich zu diesem Zeitpunkt kräftemässig doch sehr auf dem Zahnfleisch! Aber nun ja, so hatte ich Zeit alles in Ruhe vorzubereiten und auch meine Abwesenheit im Büro ausreichend planen zu können.

Die Reha war perfekt für mich! Ich wurde in kürzester Zeit so fit gemacht wie schon lange nicht mehr. Ich war in einem festen Gruppenprogramm mit tollen Menschen und hatte ausreichend Zeit, mich auf mich und meine Bedürfnisse zu konzentrieren. Und das bei vollwertiger Verpflegung und Zimmerservice ;-). Okay, schön und gemütlich waren die Zimmer wirklich nicht, aber die Natur und Umgebung drum herum waren einfach nur ein Traum. Diese frische Luft! Einfach genial.

Randbemerkung: Ich hatte während der Reha Geburtstag und mir deswegen an dem darauf folgenden Wochenende auf eigene Verantwortung Reha-frei genommen.  Ich hatte mich mit meiner engsten Familie, die aus verschiedenen Ecken Deutschlands und Österreichs extra angereist kam, im wunderschönen Freiburg verabredet. Beim Geburtstags-Abendessen schenkten mir mein Sohn und seine Freundin die frohe Überraschungs-Botschaft, dass ich im kommenden Jahr, genauer gesagt im Juni, zum ersten Mal Omi werden sollte. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet!

Weihnachten und Jahresübergang 2018/2019

Nach der Reha fuhr ich Mitte Dezember, wenn auch nur für einen kurzen Zwischenstopp, zurück nach Hause. Ein paar Tage später brachen Jürgen und ich, dieses Mal gemeinsam, wieder in den Schwarzwald auf, wo wir im Parkhotel Wehrle in Triberg aus familiären Gründen Weihnachten verbringen sollten. Wir waren uns einig – Weihnachten im Hotel gefiel uns allen nicht so wirklich gut. Auch wenn das Hotel sehr schön, das Essen toll und die Stimmung gut war. Es war nicht das Gleiche wie Zuhause. In diesen Tagen berichtete mir meine Mutter das erste Mal von ernsteren, gesundheitlichen Beschwerden. Sie machte sich große Sorgen.

Noch vor Silvester fuhren wir wieder zurück nach Dortmund, wo wir nach all dieser Reiserei froh waren, einen ruhigen Jahreswechsel in Dortmund zu verbringen.

Was hältst du, 2019, nun für mich bereit?

Für mich stand nun, 2019 zu Jahresbeginn, definitiv fest: Ich werde kündigen und meine Entscheidung aus 2018 JETZT endgültig in die Tat umsetzen! Es galt lediglich noch einen geeigneten Zeitpunkt zu verabreden. Das Gespräch mit meinem Chef fand am 15. Januar 2019 fest. Er hatte nicht mit meiner Entscheidung gerechnet und bat mich, diese doch nochmals zu überdenken. Doch für mich gab es kein Zurück mehr.

Wer mich kennt weiss, dass ich – manchmal zu meinem eigenen Bedauern – keine (vor-)schnellen Entscheidungen treffen, sondern diese meist gerne gründlich überdenke. Vor allem, wenn es um grundlegende Dinge geht. Wenn der Hammer dann aber gefallen ist, gibt es für mich kein Zurück mehr. Meine Erleichterung, dass ich das Gespräch mit meinem Chef hinter mich gebracht hatte, war groß und ich fühlte mich sofort einfach nur befreit.

Abends ging ich diese Entscheidung mit Jürgen feiern!

Viele Menschen hielten mich glaube ich für total bekloppt. Auch wenn sie es so nicht sagten, habe ich es doch gespürt!

Ich hatte bis dato einen sicheren, gut bezahlten Job und genoss ein großes Ansehen im Unternehmen. Allerdings war ich nicht glücklich oder erfüllt mit dem was ich tat. Ganz im Gegenteil. Ich spürte, wie mich die Anspannung und die Unzufriedenheit auf Dauer wieder krank machen könnten.

Wie viele Menschen gehen tagtäglich an ihren Arbeitsplatz und haben innerlich schon längst gekündigt. Ein großer Schaden für die Menschen selbst, aber auch für ihre Arbeitgeber und wie ich glaube für die gesamte Volkswirtschaft. Ich wollte das für mich jedenfalls nicht. Endlich war ich wieder entschlossen, auf MICH zu hören. Gibt es etwas Wichtigeres als auf sein SELBST zu leben?

Ich war sooo stolz auf mich, dass ich meinen Lebensweg wieder einmal – nicht zum ersten Mal – korrigiert hatte. Und zwar aus dem einzigen Grund, weil es sich schon längere Zeit einfach nicht mehr richtig für mich anfühlte. Alles Weitere wird sich bei gegebener Zeit finden, davon bin ich überzeugt.

Eine Entscheidung, die den eigenen Werten entspricht, setzt neue Energien frei.

Und es gab einen einzigen (!) jungen Kollegen, der out-of-the Box dachte und mich für meine Entscheidung, in die Selbständigkeit gehen zu wollen, beglückwünschte. Er sagte mir damals, dass man mich in anderen Ländern für den Mut, neue Wege zu beschreiten, sicherlich feiern würde. In Deutschland denken wir noch viel zu sehr aus einem sicherheitsbetonten Angestelltendasein heraus. Unternehmertum ist für viele Menschen einfach nicht vorstellbar. Ich finde das traurig. Warum glauben wir Menschen so wenig an uns selbst und an unsere Potentiale?

Die restlichen Tage in meinem Job waren geprägt von viel Arbeit und Einarbeitung meiner Nachfolgerin, die kurzfristig gefunden werden konnte. Ich zählte schon fast die Tage.

Zu Beginn des Jahres hatte ich die Absicht, meine neu gewonnene Fitness aus der Reha mit in den Alltag zu retten und regelmässig einen abendlich QiGong-Kurs zu besuchen. Ausserdem hätte ich 1/2 Jahr lang 2mal pro Woche eine verordnete Reha-Nachbehandlung machen können. Die Termine wären jeweils um 16:30 Uhr gewesen, zuvor hätte ich 50 km fahren, Parkplatz suchen und mich umziehen müssen. Kurz und gut es war für mich neben meinem Job einfach nicht realisierbar und so geriet ich sehr schnell wieder in alte Fahrwasser zurück. Das war genau das, was ich nicht gewollt hatte.

Der Gedanke allerdings, dass ich meinen Alltag in Kürze nach meinen ganz persönlichen Vorstellungen würde gestalten können, liess mich darüber hinweg sehen.

Um direkt nach Beendigung meines Angestelltenseins meine Selbständigkeit aktiv voranzutreiben, hatte ich bereits im Januar ein Businesscoaching als Jahresprogramm gebucht.

 Ich freute mich auf das vor mir liegende Jahr.

 

Und jetzt erstmal (Rest-)Urlaub

Am 13.03.2019, meinem letzten Arbeitstag als Angestellte – yeah! – arbeite ich auch noch bis lange in den Abend hinein. Mein persönlicher Anspruch ist es, alles ordnungsgemäß zu hinterlassen.Um 20:35 Uhr drehe ich mein persönliches Abschiedsvideo: Wie ich mein Büro das letzte Mal abschließe, das Gebäude verlasse, über das Firmengelände fahre, mit dem Torpass das bereits verschlossene Tor öffne, um dann an der Pforte Torpass und Schließtransponder endgültig abzugeben. Die Firmenanschrift lösche ich noch am gleichen Abend aus meinen Navigationsgerät im Auto.

Heute kann ich gelassen zurückblicken. Das Video spiegelt mir jedoch wider, wie ausgelaugt und erschöpft ich mich damals gefühlt habe – kein Vergleich zu heute. Dieses Video werde ich hüten wie einen Schatz! Falls ich irgendwann jemals an meiner Entscheidung zur Selbständigkeit zweifeln sollte, kann ich es mir ansehen und dann werde ich sicherlich sofort wieder spüren können, was mir persönliche Freiheit und Selbstbestimmung bedeuten. Ab dem nächsten Tag trete ich meinen Resturlaub bis zum offiziellen Ende meines Arbeitsvertrages am 31.03.2019 an.

Abends heisst es jedoch noch Koffer packen, denn gleich am nächsten Morgen fahre ich nach Freiburg zu meiner Mutter. Bei ihr ist eine Operation vorgesehen, zu der ich sie begleite, um ihr ein wenig die Angst zu nehmen.

Ich werde ein paar Tage bei ihr bleiben, um anschließend noch ein paar weitere Tage nach Tirol weiterzufahren. Dort besuche ich meinen Sohn und seine Freundin sowie Oskar, den Border-Collie, der seit kurzem als neues Familienmitglied zu den Beiden gekommen ist.

Ich freue mich wie Bolle auf die nächsten 14 Tage – es fühlt sich alles so FREI an!

Am 1. April will ich wieder zuhause sein, um dann in Vollzeit meine Selbständigkeit aufzubauen. Professionelle Unterstützung in Form eines Jahrescoachings habe ich mir mit SOMBA ja gleich schon zu Jahresbeginn gesichert.

Und dann kommt alles anders. Ganz anders

Am 31.03. bekomme ich in Tirol den Anruf meiner Schwester, dass es meiner Mutter gar nicht gut geht. Ich disponiere um und fahre noch am selben Nachmittag wieder von Tirol nach Freiburg, einen Tag früher und ohne, wie ursprünglich geplant, wieder direkt nach Hause zu fahren. Es folgen einige sehr intensive, sorgenvolle Tage. Im Nachhinein jedoch auch Tage voller Dankbarkeit, dass ich meine Mutter begleiten und verabschieden kann. Wir hatten Zeit, uns voneinander zu verabschieden. Trotzdem hätten wir gerne auch noch weitere Zeit haben wollen. Wenig später verstirbt sie.

Ich bin voller Trauer. Aber es gibt viel zu tun. Wie viele Menschen jetzt auf einmal auf mich einstürmen und etwas von mir wollen. Ich möchte schreien – lasst mich doch einfach Alle in Ruhe. Aber natürlich lässt meine lebenslange Konditionierung das nicht zu und so funktioniere ich … Wieder mal. Und ich möchte die Dinge auch im Sinne meiner Mutter geregelt wissen.!Über Ostern kommt Jürgen ebenfalls nach Freiburg. Die Wohnung muss noch aufgelöst werden, viele Dinge sind zu regeln. Die Feiertage sind uns in dem Moment eher hinderlich, weil Behörden, Handwerker, etc. über diese Tage natürlich alle nicht greifbar sind. Wir erledigen viel selbst und haben aufgrund der Feiertage zwischendurch auch mal Zeit, mein geliebtes Freiburg bei schönstem Wetter ein wenig zu geniessen.

Am 26. April trete ich wieder die Heimreise an. Ich war jetzt 6,5 Wochen nicht mehr zuhause und freue mich dementsprechend. Vorher mache ich allerdings noch einen Abstecher bei meiner lieben Freundin und ihrer Familie. Sie lebt in der Nähe von Baden-Baden. Abends hat sie uns Karten für das berühmte Festspielhaus besorgt. Wie sehr hatte meine Mutter tolle Opernaufführungen in diesem tollen Haus geliebt! Wir geniessen das Musical „Mamma Mia“. Es ist ein toller Abend mit meiner Freundin und lenkt mich super gut ab. Am Ende also noch ein schöner Abschluss meiner ungeplanten langen Abwesenheit von zuhause.

Kaum wieder zuhause in Dortmund ...,

Tja, wie organisiere ich mich denn nun in meinem neuen Alltag zuhause? Nun ist es schon Mai und ich muss mich an die total veränderte Situation anpassen und möglichst schnell hineinfinden!

Ich bin müde von den Ereignissen und Anstrengungen und doch darf es keinen Stillstand und Anhalten geben. Ich habe hier vor Ort nun einiges an Behördengängen in eigener Sache zu erledigen. Nachlassangelegenheiten meiner Mutter beschäftigen mich ebenfalls noch. Also los! Weiter! Nicht nachlassen!

Okay, ich versuche mich auf meine neue Rolle als Unternehmerin zu konzentrieren. Ich besuche im Mai einige sehr interessante Netzwerkveranstaltungen für Gründerfrauen in NRW. Das gibt mir Auftrieb und ich lerne neue Menschen und auch Lebensmodelle kennen. Es schliesst sich eine Weiterbildungsmöglichkeit in Form eines Existenzgründungsseminars an. Viele Ideen bekommen Klarheit und Puzzleteile fügen sich aneinander. Wow, mir gefällt das!

... steht schon bald wieder die nächste Reise an:

Trotzdem rennt die Zeit davon! Anfang Juli haben wir Urlaub gebucht. Diesen haben wir um den voraussichtlichen Geburtstermin unseres Enkels herum geplant, damit wir ihn möglichst kurz nach der Geburt begrüßen und willkommen heißen können. Jürgen muss ja mit seinen zur Verfügung stehenden Urlaubstagen haushalten. Ausserdem ist die Entfernung für „eben mal spontan“ leider viel zu weit.

 Ob sich unser noch nicht geborener Enkel an unsere Urlaubsplanung halten wird?

Oh, jetzt ist er da, der ersehnte Anruf! Noah hat das Licht der Welt erblickt. Ein strammer Kerl! Und seine Geburt passt zeitlich zu unserer Planung! Danke Noah! Wir treten in der letzten Junitagen den Urlaub an und nehmen unseren Enkel zum ersten Mal überglücklich in die Arme. Was für ein Wunder dieses neugeborene Kind. Wir sind echt happy und voll in love!

Natürlich würde ich unseren Enkel gerne stolz mit Fotos präsentieren, verzichte zum Schutz seiner Privatsphäre dennoch bewusst darauf.

Nichtsdestotrotz brauchen wir ein paar Tage für uns und reisen weiter an den wunderschönen Gardasee, um dort eine Woche zu relaxen. Yeah, Urlaub! Aber halt, da war doch noch was?

Somba Summer School!!! Eine Umsetzungsaktion meines Business-Coach Sigrun, um in einem vorgegebenen  8-Wochen-Zeitraster unter ihrer Anleitung einen Online-Kurs zu promoten, zu konzipieren und in 4 Wochen durchzuführen. Das Motto lautet „Trust the Process!“ Es gilt, ihre Schritt-für-Schritt-Anleitung einfach umzusetzen und ins Tun zu kommen. Ein großartiger Ansatz.

Ich verbringe, wie auch zuvor schon Zuhause sowie in Tirol, mindestens den halben Tag, meist jedoch länger, damit, der Anleitung zu folgen und Schritt für Schritt umzusetzen. Als es jedoch darum geht, Interessenten in meinen Online-Kurs zu bekommen, stockt der Prozess bei mir. Ich habe nur 2 Anmeldungen. Wo liegt mein Fehler?

Die Zeit reicht nicht mehr, um den Prozess für mich zu korrigieren. Damit entschliesse ich mich, meinen Kurs in dieser Form nicht durchzuführen, sondern meine Interessentinnen kostenlos in Einzelcoachings zu betreuen. Die beiden freuen sich über mein Angebot und ich klinke mich zu diesem Zeitpunkt aus dem Projekt Somba Summer School aus. Allerdings ist der Urlaub jetzt auch vorbei.

Naja, wenigstens bin ich um die gemachten Erfahrungen reicher geworden. Und das meine ich ernst. Auch wenn mein „Versagen“ dieses Mal schmerzt, habe ich viel gelernt. Nächstes Mal werde ich es besser machen und vorher meine Fehler versuchen zu analysieren.

Auf dem Rückweg vom Gardasee machen wir nochmals in Tirol Zwischenstopp. Wir wollen Noah nochmal knuddeln. Ein nächster Termin für einen Besuch ist nämlich noch nicht wieder geplant oder absehbar.

 

So, jetzt bleibe ich aber mal zuhause!

Es ist Mitte Juli, und die Urlaubszeit ist dieses Jahr für uns vorbei. Dachte ich zumindest und für Jürgen stimmt es ja auch.

Mein Chor, Ladies First, wird Anfang August nach Zingst zu einer Chorreise aufbrechen. Ich hatte die Reise von Anfang an abgesagt. Damals wusste ich noch nicht, dass ich jetzt, ohne Job, frei hätte planen können. Eine Mitsängerin musste zwischenzeitlich aus familiären Gründen absagen. Soll ich versuchen, doch noch mitzufahren und ihren Platz zu übernehmen? (Meine innere Stimme spricht zu mir …) Halt! Stop! Du hast jetzt andere Dinge zu tun. Konzentriere dich auf deine Aufgaben, die jetzt dringend zu erledigen sind.

Okay, ich gebe nach und die Vernunft siegt mal wieder. Aber wollte ich nicht eigentlich meiner Lebenslust mehr nachgeben und spontaner sein können?

Hah! Da kommt der Anruf meiner Freundin Birgit (ja, die aus der Nähe von Baden-Baden) wie gerufen! Normalerweise kommt sie uns mit Patensohn Moritz in den Sommerferien immer besuchen. Dieses Jahr hat es terminlich noch nicht geklappt und bald fährt sie mit ihrer Familie in den Urlaub. Sie schlägt vor, dass wir uns dieses Mal für ein paar Tage in Köln treffen, das würde ihren Reiseaufwand doch etwas minimieren. Wieder hah! Gesagt, getan!

Das wäre doch gelacht, blöde Vernunft, wenn ich mir von dir meinen Spass verbieten lassen würde. Ich buche für 2 Tage später unser Hotel in Köln und ab geht die Post, äh Bahn! Köln kenne ich sowieso noch kaum, obwohl ich auf meinen Pendelfahrten von Freiburg nach Dortmund und zurück oft genug dort Halt gemacht habe.

Das Leben ist schön und die Tage mit Birgit und Moritz in Köln sind es ebenfalls. Und ich komme ein paar Tage später schon wieder nach Hause. Ich war ja nur ganz kurz weg. Es wird mir schon genug Zeit bleiben, um die To-Do’s zu erledigen.

Und schon wieder ruft mich ein unverhofftes Abenteuer

Der Sommer ist schön und man kann die heißen Tage durchaus auch zuhause geniessen.

So ist auch mein Plan und ich setze mich an meinen Computer, um mein Business weiter zu planen und voranzutreiben. Jedoch komme ich nicht zur Ruhe, geschweige denn ins Tun. Zu viele Dinge aus den letzten paar Monaten treiben mich nach wie vor um.

Ich glaube ich sollte eine Woche in ein Kloster gehen, in Klausur sozusagen. Ich will mich sammeln und neu fokussieren. Gute Idee! Oh, was spuckt dieses Internet da für tolle Angebote aus. Ich bin begeistert. Und ich will auch gar nicht weit weg, nein, es darf gerne hier in der Nähe sein. Hauptsache Ruhe und innere Einkehr. Aber, ach du Schreck, es ist absolut ALLES ausgebucht. Alle Welt will ins Kloster! Sind die alle gleich bekloppt bzw. momentan verwirrt wie ich? Okay, bleibe ich also zuhause.

Ich wollte mich sowieso schon längst intensiver mit den Masterclasses meines Business-Coach Sigrun beschäftigen und stöbere so ein wenig in der Business-Community auf FB rum und stolpere dort über eine Anfrage. Eine Somba-Sister (ja, so heissen wir:-) möchte eine Reise abtreten, da sie einen noch besseren Trip in die USA gewonnen hat. Okay, verständlich. Ich frage mal bei ihr nach, worum es da geht. Wir telefonieren. Ah, ne, alles klar, ist viel zu teuer und damit abgehakt! Trotzdem danke, wäre nett gewesen. Ich widme mich wieder meiner Businessentwicklung.

Ein paar Tage später eine neue Nachricht meiner Somba-Sister. Sie verbessert ihr Angebot nochmals deutlich, weil sie bisher noch keinen Ersatz für die Reise gefunden hat. Das ist DER berühmt-berüchtigte Zaunpfahl des Schicksals, dem ich mich keinesfalls widersetzen darf! Ich telefoniere mit der Veranstalterin der Reise, ich will noch ein paar Details wissen. Schließlich ist es eine Meditationsreise, klingt alles sehr spirituell und macht mir deswegen ein wenig Angst.

Ein paar weitere Telefonate, die Flüge gebucht – und übermorgen geht es los! Nach Cornwall! Auf den Spuren von Merlin und König Arthur! Mystisch! Fantastisch! Nicht lange nachdenken! Einfach schnell machen – bevor der Brexit kommt!

Was soll ich sagen, diese Reise war für mich UNBESCHREIBLICH! Und ich bin sooo dankbar, dass ich auf mein Herz gehört habe und einfach gemacht habe. Ich glaube ich werde diese Reiseerlebnisse nochmals in einem eigenen Blogartikel aufgreifen, denn das würde den Rahmen hier sprengen.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich von einer einzigen 10-tägigen Reise so viel erzählen könnte:

Hotelaufenthalt in einem alten Castle direkt an Cornwall rauher Küste, ein mystischer Wasserfall zu dem man nur durch einen Feenwald gelangt, Inselbesuche, Chakrenmeditation in Merlins Höhle, die nachmittags noch komplett überflutet war, Aufenthalt in Glastonbury – noch nie habe ich an einem Ort so viele Hippies auf einmal gesehen, Scones und clutted Cream im reizenden Tearoom, liebevolles B&B, immer wieder Meditationen an verschiedensten Kraftorten, wo kräftigste Energien zu spüren sind, eine Trancereise in die 7te Dimension, uralte Rituale an heiligen Stätten, die Ehrfurcht der Menschen vor diesen Kräften, ein wahrlich paradiesischer Garten, der heilige Hügel Thor bei Vollmond.

Hätte ich das alles nicht selbst erfahren dürfen, könnte ich es wohl kaum glauben. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass die Welt besser sein könnte, wenn wir uns wieder mehr mit diesen Urkräften und auf uns Selbst besinnen würden.

Selbst die Fotoauswahl für diese Reise fällt mir schwer – es war einfach zu überwältigend.

Jetzt kann ja nicht mehr viel kommen

Hätte ich auch gesagt, wäre da nicht noch dieses alles passiert:

  •  Wir besuchen ein Grönemeyer-Konzert in Gelsenkirchen – mein Geburtstagseschenk an Jürgen. In den letzten paar Jahren haben wir uns schon andere ältere männliche Größen wie Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen konzertant gegeben. Alle auf ihre ganz persönliche Art einzigartig!
  • Jürgen reist im September mit seinem Kegelclub ein paar Tage nach Prag. Diese Gelegenheit nutze ich, wie könnte es anders sein, um nach Tirol zu reisen – Enkeltime!
  • Ich arbeite eine Woche lang vormittags im Online-Co-Working von Claudia Kauscheder mit und mache unter ihrer Leitung den Powertag Redaktionsplan im November. Danke dafür, Claudia!
  • Im September und Oktober nehme ich an zwei jeweils 2-tägigen Workshops von Elisabeth Engel in Dreiech teil. Diese beiden Workshops lassen mich ergänzend zu meiner spirituellen Reise nach Avalon, weitere Erfahrung mit meiner Spiritualität machen und erweitern mein Bewusstsein. Einen Bereich, den ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte.

 

Im Oktober reisen Jürgen und ich mit Zwischenstopp in Freiburg nach Zürich zu SIGRUN Live.

Ein tolles Live-Event-Wochenende mit Sigrun. Alle, die wir uns als Online-Unternehmerinnen teilweise bisher nur online kennen, treffen uns zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch, Master-Mind, Lernen, Spass haben und zu tollen Gesprächen. Eine großartige Veranstaltung!

Auf dem Foto in der Mitte seht ihr links neben mir Anke Beeren, meine Master-Mind-Mentorin, sowie meine Master-Mind-Buddies (vlnr) Karin Ahamer, Elisabeth Köller und Maren Zimmermann.

 

Dort lerne ich auch Judith Peters persönlich kennen, der ich die Inspiration und Anleitung für diesen, meinen ersten persönlichen Jahresrückblick zu verdanken habe. Vielen Dank Judith (hier auf dem Bild in der Mitte zwischen Elisabeth Köller und mir).

Wie einfach manche Dinge funktionieren, wenn man sich von einem Profi anleiten lässt. Super, ohne Judiths Inspiration hätte ich das niemals gemacht.

  • Nach dem Zürich-WE fahren Jürgen und ich weiter nach Tirol und machen nochmals eine Woche Enkelurlaub
  • Zurück in Dortmund präsentiere ich mich im November mit meinem Wohlfühlherz bei einigen Offline-Veranstaltungen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung. Für mich eine willkommene Gelegenheit um mit Fachleuten und Patienten ins Gespräch zu kommen.
  • Parallel dazu beginnt unsere Wohnungsrenovierung im großen Stil. Wir wohnen 5 Wochen lang auf einer Baustelle! Nicht lustig! Wirklich gar nicht lustig! Aber nach diesen 5 anstrengenden Wochen ist alles wieder schön, besser gesagt schöner als vorher.
  • Am 01.12. gebe ich mit meinem Chor Ladies First unser stimmungsvolles Weihnachtskonzert in der wirklich wunderschönen Immanuel-Kirche (Jugendstil) in Dortmund-Marten.
  • Ausserdem sehen wir im Dortmunder Opernhaus die Vorstellung von Jekyll & Hyde – eine großartige Inszenierung mit fantastischen Künstlern. Jürgens Geschenk zu meinem Geburtstag.
  • In der vorletzten Woche des Jahres absolviere ich in Dortmund noch einen 4-tägigen Meditationskurs, den ich unbedingt dieses Jahr noch machen wollte.
  • Und während des Weihnachts-Shoppings stolpere ich noch über ein Buch von Jeanne Ruland zu den Rauhnächten, die ich dieses Jahr zelebrieren möchte.
  • Und dann geht es nach Tirol – wir feiern weiße Weihnachten!

Danke liebes Leben - was für ein Jahr!

Ich bin für so Vieles dankbar, was mir das Jahr 2019 gebracht hat.

Ich durfte so viel lernen.

Es kamen neue Menschen in mein Leben, die mich inspiriert und begeistert haben. Viele Menschen haben mich großartig unterstützt. Es gibt Menschen, die sich von mir entfernt haben, oder von denen ich mich immer weiter entferne. Nicht bewusst, sondern weil wir einfach nicht mehr zusammen passen. Jeder geht seinen eigenen, persönlichen Weg. Gut so.

Dieses Jahr hat mich wie keines zuvor auf sehr persönliche Weise den Lauf des Lebens gelehrt – ein bestehendes Leben geht, ein neues Leben kommt. Trauer und Freude liegen so nahe beinander. In allen unseren Lebensbereichen. Oft müssen wir erst Schwierigkeiten überwinden, um dann Leichtigkeit zu erfahren.

In 2019 habe ich mich so intensiv und kontinuierlich wie wohl noch niemals zuvor in meinem Leben mit meiner Gedankenwelt beschäftigt. Eine meiner besten Entscheidungen, dies zuzulassen und mir dafür die Zeit zu nehmen.

Das Jahr 2019 war herausfordernd und überwältigend!

Und ich habe Jürgen an meiner Seite. Er unterstützt mich bedingungslos und jederzeit. Auch wenn ich manchmal schwierig werde. Einfach großartig. Danke Schatz!

 



"In jede hohe Freude mischt sich eine Empfindung der Dankbarkeit."

Marie von Ebner-Eschenbach


"Was ist mein Motto für 2020?

Einfach Ich„, weil …

 

  • ich möglichst nur aus mir Selbst heraus handeln möchte.
  • wenn es mir gut geht, geht es auch meinem Umfeld gut. Das entspricht dem Gebot der Nächstenliebe.
  • wenn mehr Menschen ebenso Denken und Handeln, dann geht es diesens Menschen und ihren jeweiligen Umfeldern auch gut.
  • wenn es so vielen Menschen gut geht, könnte die Welt vielleicht insgesamt ein bisschen besser werden.
  • denn wir hätten es alle so sehr verdient!
  • ich in 2020 wieder in MICH und meine Persönlichkeitsentwicklung investieren werde.

Herzlichst, von meinem zu deinem Wohlfühlherz,

Birgit Nora Schäfer

Teile diesen Beitrag gerne, wenn er dir gefallen hat! Vielen Dank.

6 Gedanken zu „Mein Rückblick auf das Jahr 2019: Gutes oder schlechtes Jahr?“

  1. Liebe Birgit, was für ein toller Jahresrückblick! Ich freue mich sehr, dass ich ein Teil sein durfte und finde, du hast ganz viele große Schritte gehen können. Und vielen Dank nochmals für dein Abschiedsvideo aus dem alten Job, das wird mir in Erinnerung blieben. Auf ein wunderbares 2020!

    Antworten
    • Ganz lieben Dank, Elisabeth! Ja, es war definitiv ein herausragendes Jahr! Ich freue mich, dass wir auch dieses Jahr wieder einige Dinge gemeinsam erleben dürfen :-). Und ich bin sicher, dies werden dann für uns auch wieder Meilensteine sein! Das Abschiedsvideo mag ich auch sehr gerne. Es ist ein authentisches Lebenspuzzleteil von mir. Ja, lass uns auf 2020 freuen!

      Antworten
  2. Ein wunderbarer Artikel Birgit.
    Schön zu lesen, inspirierend, und so vieles kann ich gut nachempfinden.
    2018 war für mich ein schreckliches und rückblickend ein so wichtiges Jahr- und 2019 habe auch ich mich in Riesenschritten weiterentwickelt- und der Prozess geht weiter.
    Schön das wir uns kennen gelernt haben!

    Antworten
    • Herzlichen Dank, liebe Alex, das freut mich sehr. Du kannst stolz auf dich sein, was du für dich erreicht hast. Du hast den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern dich nach vorne orientiert und bist aktiv geworden! Und es wird weiter gehen, wie du selbst sagst! Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und freue mich ebenfalls sehr, dass sich unsere Wege gekreuzt haben!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar